Le Ravissement, Iris Kaltenbäck, 2023
In Kooperation mit dem Lycée français de Vienne und dem Studio Molière.
Iris Kaltenbäck wurde 1988 in Paris geboren und wuchs mit einer französischen Mutter, einem österreichischen Vater und einem amerikanischen Halbbruder auf. Nach ihrem Studium des Strafrechts begann sie eine Karriere im Filmgeschäft und schrieb sich an der Filmhochschule La Fémis ein. Le Ravissement ist ihr erster Spielfilm. Anhand des Porträts einer Frau auf der Suche nach Liebe zeichnet der Film mit großer Feinfühligkeit den langsamen Wandel einer jungen Hebamme nach, die von Hafsia Herzi treffend verkörpert wird und sich nach der Entbindung ihrer Freundin in Lügen verstrickt. Die Regisseurin untersucht mit Feingefühl die Schwachstellen einer Figur, die dazu bestimmt ist, andere bei der Geburt zu begleiten, aber unfähig ist, ihrem eigenen Leben einen Sinn zu geben.
Le Ravissement wurde im Rahmen des Festival du film francophone 2023 in Anwesenheit der Regisseurin vorab gezeigt. Bis heute ist er in Österreich noch nicht im Verleih. Mit dieser Vorführung möchten wir den Film einer jungen französisch-österreichischen Regisseurin mit einem einzigartigen Werdegang würdigen.
Anouk El-Schahawi (*1999) ist bildende Künstlerin sowie Kulturvermittlerin und -forscherin. Nach ihrer Schulzeit am Lycée français de Vienne ging sie nach Paris, um an der Kunsthochschule La Sorbonne bildende Kunst zu studieren. Ihr wachsendes Interesse an soziokulturellen Fragen führte sie dazu, einen Master in „Kultur&Politik“ an der Universität Paris 8 Vincennes zu absolvieren. Parallel dazu sammelte sie erste Berufserfahrungen, unter anderem in einem Gefängnis in Cergy im Bereich der kulturellen Programmgestaltung für die inhaftierte Personen. Heute arbeitet sie als Kulturreferentin am Österreichischen Kulturforum Kairo und selbständig als Grafikerin und in der Filmszenografie.
Cordula Rieger (*2000) ist eine französisch-österreichische Regisseurin und Schauspielerin. Nach ihrem Schulabschluss am Lycée français in Wien studierte sie Filmregie an der Filmakademie Wien (2020-25), zunächst in der Klasse von Michael Haneke, dann bei Jessica Hausner und Barbara Albert. In den letzten Jahren hat sie mehrere Spiel-, Experimental- und Dokumentarfilme geschrieben und gedreht. Ihr Kurzfilm The Gallery (Dokumentarfilm), der eine Aktion des feministischen Kollektivs Femplak_Wien begleitet, wurde auf rund fünfzehn internationalen Festivals gezeigt und für den Yugo BAFTA Award nominiert. Eines ihrer letzten Projekte als Schauspielerin, Gli appunti di Anna Azzori unter der Regie von Constanze Ruhm, wurde 2020 im Forum der Berlinale vorgestellt. 2025 erscheint ihr erster Dokumentarfilm Nebenan.
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